Sprachsteuerung Fluch oder Segen? - eine Sichtweise aus unserer Redaktion

Smart Home und Sprachassistenen 

Dank den verschiedenen intelligenten Sprachassistenten wie Siri, Alexa und dem Google Assistant kann man sein Smartphone auch mal weg legen. Befehle können ganz einfach durch einen Sprachbefehl ausgeführt werden. 

Die Lampen dimmen oder an- und ausschalten, Termine für den Tag abfragen oder die Lieblingsmusik während des Kochens aktivieren? Das ist in einem Smart Home mit Hilfe der Sprachsteuerung kein Problem. Einfach den Befehl aussprechen, anstatt die Funktionen über eine App zu steuern. 

Panik mache durch die Medien wenn es um das Thema Cyberkriminalität bezogen auf künstliche (Sprach)-Assistenz geht, oder pure Realität? 

Die Bedenken der Menschen bei der Nutzung digitaler Sprachassistenten sind sehr groß. Zu diesen Bedenken gehören beispielsweise der potentielle Missbrauch der eigenen Daten oder die Überwachung beziehungsweise Abhörung durch Andere. Es gibt bereits einige Fälle in denen verschiedene Sprachassistenten eine Anfälligkeit für Hackangriffe zeigten. Die meisten Angriffe geschehen im Ultraschallbereich mit dem sogenannten "Delfin-Angriff". Dabei werden Sprachbefehle über Ultraschall gegeben, die für den Menschen nicht zu hören sind.

Das Misstrauen ist also auf jeden Fall nachvollziehbar, jedoch gibt es auch einige einfache Dinge, mit denen man den Smart-Speaker ein bisschen sicherer machen kann. Folgende Dinge können dabei hilfreich sein: Es sollten jedenfalls keine sensiblen Daten wie Konto- und Kreditkartendaten bei den per Alexa steuerbaren Accounts hinterlegt werden. Genauso wenig wie das Haupt-E-Mailkonto. Stattdessen sollte für diesen Zweck ein eigenes E-Mail-Konto angelegt werden, an das z.B. die Kalendereinträge des Hauptkontos weitergeleitet werden. Wichtig ist auch, nicht dieselben Passwörter wie bei anderen Hauptkonten zu nutzen. Zudem sollten alte Sprachaufzeichnungen aus dem Konto regelmäßig gelöscht werden und das Mikrofon des Smart-Speakers ausgeschaltet werden, wenn er gerade nicht genutzt wird.

Smart Home mit Hilfe von Sprachsteuerungen ist bequem und kann den Alltag vereinfachen

Die Grundidee der sogenannte Smart-Home Steuerung ist es, dass verschiedene Haushaltstypische Aufgaben mit minimaler Interaktion des Menschen ausgeführt werden. So kann man zum Beispiel mit einem einfachen Sprachbefehl oder über eine App die Kaffeemaschine starten, die Temperatur an der Heizung einstellen oder auch das Licht an- und ausschalten. Um die Kommunikation der Geräte untereinander möglich zu machen, werden sie entweder per Kabel oder per Funk miteinander verbunden.

Mit Hilfe von Sprachsteuerungen lassen sich viele Dinge im Alltag deutlich erleichtern. Man kann zum Beispiel super einfach Einkaufslisten erstellen ohne sich etwas selber aufschreiben zu müssen, Termine angeben, an die man dann zum passenden Zeitpunkt erinnert wird oder eben ganz bequem die Lieblingsmusik abspielen ohne lange danach zu suchen. Auch über die neusten Nachrichten kann man zu jeder Zeit informiert werden. 

Sprachsteuerung als Alltagshilfe bei Blindheit & Beeinträchtigung 

Der ganz normale Alltag kann für Menschen mit verschiedensten Beeinträchtigungen zu einer wahren Herausforderung werden. Schon die leichtesten Aufgaben sind in vielen Fällen gar nicht oder nur begrenzt möglich. Eine Sprachsteuerung und allgemein Smart Home Systeme können den Alltag dieser Menschen in vielen Bereichen enorm erleichtern und für Barrierefreiheit sorgen. 

Für Personen mit Beeinträchtigung des Sehvermögens kann ein Smart Home System mit Hilfe von Sprachsteuerung sehr hilfreich sein und die Freiheiten maßgeblich erhöhen. Durch die Sprachsteuerung könnten zum Beispiel wichtige Hausfunktionen übernommen werden. Dazu gehört beispielsweise die Temperaturregulierung, die dann ganz einfach per Sprachbefehl ausgeführt werden kann. Somit bleibt ein Gang zur Heizung erspart und man muss auch nicht ständig sein Smartphone bei sich tragen. Auch die Planung des Alltags kann enorm erleichtert werden, da ganz einfach verschiedene Termine diktiert werden können über die das Smart Home System einen dann Informiert. Eingehende Nachrichten können einfach vom System vorgelesen werden und ausgehende Nachrichten können von der blinden Person diktiert werden. Per einfachem Sprachbefehl kann die Lieblingsmusik abgespielt werden, sodass die schwierige Suche der passenden App erspart bleibt.

Auch Rollstuhlfahrer haben in ihrem Alltag mit vielen Barrieren zu kämpfen, die sie allein nicht überwinden können. Somit sind sie sehr häufig auf Hilfe angewiesen, für die immer eine zweite Person nötig ist. Ein Smart Home System kann einem Rollstuhlfahrer dabei wesentlich helfen, wodurch er nicht mehr unbedingt auf fremde Hilfe angewiesen ist. So können auch in dem Fall wichtige Hausfunktionen wie die Regulierung der Temperatur oder das ein- und ausschalten von verschiedenen Lampen bequem nur mit Hilfe der Stimme funktionieren. So bleiben dem Rollstuhlfahrer viele anstrengende Wege erspart.

Wohnkomfort und Lebensqualität nehmen durch diese einfachen Hilfen dank der Sprachsteuerung enorm zu. 

Die Gefahren und Negativpunkte von Smarthome 

Die Gefahren entstehen Hauptsächlich durch die falsche Platzierung des Smart-Speakers oder durch die Benutzung von Kindern oder unbefugten Personen. Für die meisten Sprachassistenten gibt es noch keine Familienschutzfunktion. Dadurch ist es kaum möglich, dass Kinder immer kindgerechte Antworten auf ihre Fragen bekommen. Außerdem können Kinder auch einfach Bestellungen o.ä. aufgeben ohne, dass diese kontrolliert werden. 

Auch durch unbefugte Personen besteht eine echte Gefahr. Wenn der Smart-Speaker zum Beispiel nah am Fenster steht und Jemand von draußen einen Sprachbefehl gibt, kann er damit alles Mögliche im Haus steuern. So könnte jemand von draußen beispielsweise alle Heizungen im Haus hochdrehen oder auch die Haustür automatisch öffnen lassen, wenn diese im Smart Home integriert ist. 

Zudem kann das Smart Home ein Risiko für die Privatsphäre sein, da alle Daten im Internet verfügbar sind und somit gehackt oder ausgespäht werden und in die falschen Hände geraten können. Dann könnte zum Beispiel eine Tür, die mit dem Internet vernetzt ist, einfach geöffnet , Bilder von Überwachungskameras einfach von anderen eingesehen und problemlos Daten mitgelesen werden, wie z.B. der Terminkalender oder verschiedene Verbrauchsdaten. 

Verlernt man essentielle Dinge durch eine künstliche Intelligenz?

In erster Linie verlernen wir genau die Dinge, die die Technik uns abnimmt. Durch sie werden wir immer bequemer und denken nicht mehr so viel mit, weil die Technik diese Aufgaben übernimmt. Im Beispiel der Sprachsteuerung und einem Zuhause mit Smart Home sind es ganz alltägliche Aufgaben, wie die Heizung steuern, das Licht an- und ausmachen oder einen Einkaufszettel erstellen. Im Endeffekt nutzen wir durch die künstliche Intelligenz und die Technik unser Gehirn immer weniger, wodurch auch die maximale Leistungsfähigkeit immer mehr abnimmt.  

Fazit & Einschätzung 

Smart Home und künstliche Intelligenz sind Fluch und Segen zugleich. Auf der einen Seite können sie sehr hilfreich sein, aber auf der anderen Seite zeigen sie eine große Sicherheitslücke auf und schränken uns in unsere persönlichen Sicherheit ein.  

Das Misstrauen der Menschen wird durch die verschiedenen Sicherheitslücken nur bestätigt. Man ist ständig in der Angst abgehört oder gehackt zu werden. Das ist natürlich ein großer Eingriff in die Privatsphäre und macht genau deshalb viele Menschen nachdenklich. Zudem ist das Smarthome noch nicht wirklich Kindergerecht, wodurch sehr schnell etwas schief gehen kann, indem Kinder zum Beispiel einfach etwas im Internet bestellen oder aber einfach keine altersgerechten Antworten bzw. Informationen bekommen. Auch die Bequemlichkeit der Menschen und die stetig abnehmende Leistungsfähigkeit könnten in Zukunft ein echtes Problem darstellen. 

Die positiven Punkte sprechen allerdings auch für sich. Die Möglichkeiten, die durch die Technik gegeben sind können Menschen mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen im Alltag maßgeblich helfen und ihre Lebensqualität um einiges steigern. Auch die Erleichterung des Alltags ist ein wichtiger Punkt, da viele Dinge einfach schneller gehen und die Technik somit sinnvoll genutzt werden kann. 

Die künstliche Intelligenz ist grade im Bereich der Sicherheit noch weiter optimierbar, gilt aber auch so schon als kleine Hilfe im Alltag, indem sie Sinnvolle Aufgaben übernimmt und den Alltag somit leichter macht.

Bildquelle: sonos.com

 

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